Laufpatin Marion Thees ist jetzt erfolgreiche Nachwuchstrainerin

Bäuchlings auf dem Schlitten mit deutlich über 100 km/h den Eiskanal hinunter – das ist Skeleton. Nichts für schwache Nerven. Neben körperlicher Fitness ist vor allem Konzentration bei diesem Sport gefragt, kleinste Fehler kosten Zeit und damit den Sieg. Letzteres gilt ebenso fürs Rennrodeln.

Wir sind mit Marion Thees – unserer Laufpatin verabredet und neugierig auf ihre Arbeit als Nachwuchstrainerin im Rennrodeln. Was aber macht erfolgreiche Rodler und Skeleton-Piloten überhaupt aus, wollen wir wissen. „Mit so wenig Lenkeinsatz wie möglich auf optimaler Linie die Bahn nutzen, ist die Herausforderung.“, erklärt Marion Thees: „Je mehr gelenkt wird, desto geringer ist die Geschwindigkeit des Schlittens. Man tüftelt an jeder Kurve, um den optimalen Einsatz zu finden im Spannungsfeld zwischen Fliehkräften und Bahnprofil.“

Trainer und Sportler analysieren nach jedem Zieleinlauf die Fahrt im Eiskanal. Dass dies bei den gefahrenen Geschwindigkeiten nicht ganz einfach ist, liegt auf der Hand. Videoaufnahmen, in Zeitlupe abgespielt, helfen dabei. Auch die Zeitanalyse, die Auskunft darüber gibt, welcher Abschnitt in welcher Zeit gefahren wurde und wo ggf. wichtige hundertstel Sekunden verloren gingen. Zudem ist der Start immens wichtig. Hier braucht es Rennrodler, die über eine hervorragend ausgebildete Schnellkraft verfügen. Koordination, Raumorientierung und Reaktionsschnelligkeit gehören ebenfalls zu den unverzichtbaren Eigenschaften eines erfolgreichen Rennrodlers.

Die Trainingsgruppe von Marion Thees hat eine schwere und doch sehr erfolgreiche Wettkampfsaison absolviert. Die 12- bis 14jährigen Rennrodler haben alle Titel bei den Deutschen Meisterschaften der Jugend B im Februar geholt: Im Einzel, Doppel und in der Mannschaft. Schwer war die Saison besonders deshalb, weil ein Trainerkollege bei einem Unfall sein Leben verlor. Mit Hilfe der Kollegen, der Eltern und voller Rückendeckung durch ihre Sportler schaffte Marion Thees auch die Gruppe des Kollegen erfolgreich weiter zu trainieren. „Ich habe großen Respekt vor der Einstellung der jungen Sportler, die im Sinne meines Trainerkollegen weiter gekämpft haben.“, resümiert Marion Thees sichtlich bewegt.

Am Olympiastützpunkt in Oberhof haben alle Sportler beim Juniorenweltcup bestens abgeschnitten – zwischen Platz eins und fünf. „Ich möchte meine Gruppe weiter trainieren und die Sportler an ihre Leistungsgrenze führen.“, formuliert Marion Thees ihr Ziel.

Am 6. Juni startet unsere langjährige Laufpatin wieder beim RUN. Wir haben sie für unser Team gebucht, obgleich wir selbst nicht an den Start gehen können. Marion läuft also für uns statt mit uns. Unsere Teambuilding-Maßnahme hingegen haben wir bereits wieder absolviert: Eine Stunde Thai Chi. Das hat uns jetzt in der heißen Phase Konzentration und Entspannung gleichermaßen verschafft. Danke an Marion Thees.

Alle Infos zu Laufpatenschaften hier.

Autor: B. Köhler  Fotos: S. Forberg

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